Tag Archives: Online-Shop

Kleiner Leitfaden zur Rechtssicherheit im E-Commerce

Onlinehändler müssen vor allem im Endkundengeschäft (B2C) zahlreiche gesetzliche Vorschriften beachten, die fast nicht mehr zu überblicken sind. Dabei kann fast jeder Fehler in diesem Bereich wettbewerbsrechtlich u. a. von Mitbewerbern, Verbraucherschutzverbänden oder der Wettbewerbszentrale abgemahnt werden. Abmahnungen gehören daher mittlerweile zum Alltag von Onlinehändlern und richten teilweise hohe finanzielle Schäden an.

Tipp 1: Widerrufsbelehrung
Der wohl relevanteste Themenkomplex im E-Commerce-Recht betrifft das seit dem 13.06.2014 geltende neue Widerrufsrecht und die korrekte Belehrung des Verbrauchers. Das gesetzliche Muster finden Sie hier: Widerrufsbelehrung (http://www.gesetze-im-internet.de/bgbeg/art_248anlage_1.html). Neuerdings müssen Händler Verbrauchern auch das Muster für die Widerrufserklärung zur Verfügung stellen: Widerrufsformular (http://www.gesetze-im-internet.de/bgbeg/art_248anlage_2.html). Für beide Muster gilt, dass diese wegen des bestehenden Abmahnrisikos nur entsprechend der gesetzlichen Gestaltungshinweise abgeändert werden sollten. Da die Formulierungen gesetzlich vorgegeben sind, sollten jegliche „freie“ Abänderungen der Texte unterbleiben. Insbesondere die Widerrufsbelehrung bietet dabei sehr viele unterschiedliche Optionen, die individuell für den einzelnen Shop ausgewählt werden müssen.

Tipp 2: Bestellbutton
Bereits seit dem 01.08.2012 ist die sog. Button-Lösung in Kraft. Die bis zur Gesetzesänderung üblichen Buttons wie „bestellen“ oder „Bestellung abgeben“ reichen danach nicht mehr aus. Sie müssen durch Formulierungen wie „zahlungspflichtig bestellen“, „kostenpflichtig bestellen“, „kaufen“ oder „Jetzt kaufen“ ersetzt werden.

Online-Shops: Müssen Versandkosten ins Ausland angegeben werden?

Online-Händler sind beim Verkauf über ihre Online-Plattformen dazu verpflichtet, dem Kunden bestimmte Informationen rund um das Produkt zu geben. Ob zu den Pflichtinformationen auch die Versandkosten ins Ausland gehören, musste jetzt das OLG Düsseldorf entscheiden.

Fehlende Angabe zu den Auslandsversandkosten kann abgemahnt werden

In dem vorliegenden Fall ging es um einen Online-Händler, der unter anderem Sonnenschirme über eBay verkaufte. Dort waren die Versandkosten für den Auslandsversand nicht eindeutig angegeben. Der Kunde musste diese Kosten beim Verkäufer direkt erfragen. Ein konkurrierender Sonnenschirmhändler hielt das für wettbewerbswidrig und mahnte den eBay-Händler ab.

Bei der späteren Klage entschied das Landgericht Düsseldorf zunächst, dass Online-Händler nur die notwendigsten Informationen zum Artikel geben müssen (Landgericht Düsseldorf, Urteil vom 10.04.2014, Az.: 14c O 11/14). Das Landgericht sah die fehlenden Auslandsversandkosten daher als Bagatelle an. Das Oberlandesgericht Düsseldorf sah dies jedoch in der aktuellen Entscheidung anders.

Onlineshops des stationären Handels holen auf

Eine Studie des IFH Köln beweist: Die deutschen Online-Shopper geben fast jeden dritten Euro in Shops ursprünglich stationärer Händler aus. Laut der aktuellen Hochrechnung steuert der Online Handel 2014 auf ein neues Rekordhoch mit einem Marktvolumen von voraussichtlich knapp 43 Milliarden Euro zu.

Ergebnisse des neuen „IFH-Branchenreport Online-Handel“ zeigen, dass auch stationäre Händler mit ihren rund 80 000 Online-Shops ihre Position im E-Commerce behaupten und zwischenzeitliche Anteilsverluste teilweise wieder aufholen konnten. So werden im Jahr 2014 voraussichtlich über diesen Vertriebsweg rund 13 Milliarden Euro umgesetzt, was einem Plus von 15 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr, entspricht.

Neueste Auflage des kostenlosen eBooks “Internetrecht” ist verfügbar

Die neueste Auflage des bekannten Skripts “Internetrecht” von Professor Dr. Thomas Hoeren wurde auf den Stand Oktober 2014 gebracht und steht ab sofort zum kostenlosen Download bereit. Auf ca. 560 Seiten findet man die aktuelle Rechtsprechung und Literatur zu diesem Thema zusammengefasst.

Hier geht’s zum kostenlosen Download.

Professor Dr. Thomas Hoeren ist geschäftsführender Direktor des Instituts für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht an der Universität Münster. Außerdem war Richter dem 20. Zivilsenat des OLG Düsseldorf an, der unter anderem auch für das Wettbewerbsrecht zuständig ist.

Zudem ist er Mitglied des Trusted Shops Fachbeirates und Mitautor der deutschen Version des Trusted Shops Praxishandbuchs, das konkrete Muster und Handlungsempfehlungen für die rechtssichere Gestaltung des Online-Shops enthält.

IBM entdeckt mit Supercomputer Watson den Online-Handel

Kann IBMs Supercomputer Watson den E-Commerce verändern? Schlappe 100 Millionen US-Dollar wurden investiert und rund 2.000 Mitarbeiter sollen den Supercomputer in den Online-Handel begleiten

Bekannt wurde der Rechner im Jahr 2011, als er in der US-Quizshow „Jeopardy“ erstmals menschliche Kandidaten besiegte. Seitdem versucht IBM seinen Superrechner mit bislang überschaubarem Erfolg zu vermarkten. Nach den Geschäftsfeldern Healthcare und Human Ressources schickt IBM seinen Supercomputer nun in den E-Commerce.

Watson wird zum Shop-Assistenten

Bislang konnte IBM mit Watson nur weniger als 100 Millionen US-Dollar generieren. Doch das Technologieunternehmen erwartet von seinem Supercomputer deutlich mehr: In den nächsten zehn Jahren soll Watson laut IBM-CEO Ginny Rometty rund 10 Milliarden US-Dollar umsetzen.

Durch eine Kooperation mit dem Unternehmen für Shopsoftware Fluid, soll Watson in den nächsten Jahren den Online-Handel verändern. IBM Watson werde den Online-Handel um die Erfahrung bereichern, die wir heute in realen Ladengeschäften mit kundigen Verkäufern schon hätten, sagte Fluid-Geschäftsführer Kent Deverell gegenüberZDNet.com.

Gemeinsamt mit Fluid entwickelt IBM gerade eine personalisierte Shopping-App, die durch den Superrechner Watson betrieben werden soll. Damit soll Watson zum persönlichen Assistenten von Online-Shoppern werden, sagt IBM in einer Mitteilung.

Die App trägt den Namen „Fluid Expert Shopper (XPS)“. „Die App erlaubt es den Verbrauchern, sehr spezifische Fragen zu stellen, ähnliche wie sie es mit einem Fachverkäufer im Einzelhandel tun würden. Watson wird dann persönlich zugeschnittene Antworten geben“, so IBM.

Der Supercomputer weiß, was die Kunden wollen

Zunächst wird der Supercomputer Watson testweise für „The North Face“ eingesetzt. Das US-Unternehmen ist auf Outdoor-Bekleidung spezialisiert und arbeitet schon seit Jahren mit dem Softwareentwickler Fluid zusammen.

Das Besondere an Watson, der den Namen von IBM-Gründer Thomas Watson trägt: Er soll lernfähig sein und kann anders als herkömmliche Computer nicht nur Wissen abrufen, sondern auch Zusammenhänge zwischen Themenfeldern und Fragen herstellen. Dies ist das Online-Roulette-Spiel Website, die IBM-Mobiltechnologie für Spielautomaten Websites kostenlos als pdf ist weit verbreitet auf Slott verwendet. Watson würde die Frage erkennen und je nach Jahreszeit, Wetterlage und gespeicherte Informationen über den Kunden, individuelle Produktvorschläge machen. Zudem würde sich Watson wahrscheinlich die Interaktion mit dem Kunden für die nächste Bestellung merken.

Neben dem Online-Handel hält sich IBM noch weitere Geschäftsfelder für Watson offen, wie ein Werbevideo des Unternehmens nahelegen soll:

Quelle: Onlinehändler News.de

Kein Widerrufsrecht bei kundenspezifischer Anfertigung

Bei einer Bestellung über einen Online-Shop besteht grundsätzlich immer das 14-tägige Widerrufsrecht. D.h. der Kunde kann ohne Angabe von Gründen die Ware an den Verkäufer wieder zurückschicken. Aber Achtung! Sobald es sich um Ware handelt, die nach Wünschen des Kunden angefertigt oder eindeutig auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten worden sind, kann es aus sein mit dem Widerrufsrecht. Wann ein solcher Fall vorliegt, musste das LG Düsseldorf in zweiter Instanz entscheiden (LG Düsseldorf Urteil vom 12.02.2014 Az. 23 S 111/13)

Ein Kunde bestellte online ein Sofa und wählte dabei die Farbe des Sofas in der Bestelloption aus. Dabei stellt sich die Frage, ob dadurch das Widerrufsrecht entfällt, weil eine Spezifikation vorgenommen wird. Grundsätzlich wird diese Ausnahmeregelung zum Widerruf zurückhaltend ausgelegt, um nicht das Widerrufsrecht völlig auszuhöhlen. Der Kunde hatte die Wahl zwischen 17 verschiedenen Farben, wobei für ein Sofa jeweils zwei Farben gewählt werden konnten. Insgesamt ergaben sich darauf 289 verschiedene Farbkombinationen. Der Kunde wählte hier die Grundfarbe und eine weitere Farbe, zudem wurde das Sofa auf Wunsch des Kunden spiegelverkehrt angeordnet, sodass letztlich sogar 578 verschiedene Versionen entstanden. Der Händler ließ das Sofa auch erst nach der Bestellung des Kunden fertigen.

Hier entschied das LG Düsseldorf allerdings, dass durch die Farbauswahl und der Hinweis auf die lange Lieferzeit des Sofas von einer Anfertigung nach Kundenspezifikation ausgegangen werden kann. Es sei dem Kunden durch diese Auswahl und die lange Lieferzeit klar geworden, dass das Sofa extra für ihn angefertigt werden würde. Deshalb war auch der Widerruf nicht mehr geltend zu machen.

Online-Handel auf dem Siegeszug

Der Siegeszug des Online-Handels geht unaufhaltsam weiter, auch in der zurückliegenden Weihnachtszeit. Der klassische Einzelhandel bekommt dieses zu spüren. In manchen Sparten, beispielsweise bei Büchern und Tonträgern, liegt der Marktanteil bereits bei 30 Prozent.

Im abgelaufenden Weihnachtsgeschäft werden die Internethändler wie Amazon, Otto oder Zalando dem klassischen Einzelhandel wahrscheinlich so viele Kunden abgejagd haben wie nie zuvor. Nach einer Umfrage des Bundesverbandes des deutschen Versandhandels (bvh) rechnen die Online-Händler in den wichtigsten Verkaufswochen des Jahres mit Umsatzzuwächsen von mehr als 40 Prozent. Daran dürften auch die Streiks bei Amazon kaum etwas geändert haben. Zum Vergleich: Der gesamte Einzelhandel rechnet im Weihnachtsgeschäft gerade einmal mit einem Umsatzplus von 1,2 Prozent.

Die Mehrheit der Deutschen kaufen online

Der Online-Shop Markt in Deutschland ist weiter auf dem Vormarsch. Bereits schon zwei Drittel ( 65%) der Deutschen nutzen das Internet um Waren oder Dientsleistungen zu kaufen.
Im europäischen Vergleich (45 Prozent) sind das verheißungsvolle Zahlen. Noch vor fünf Jahren lag dieser Wert in Deutschland bei 53% und innerhalb der EU bei 32%.

Der E-Commerce-Boom findet insbesondere in Nord- und Westeuropa statt. Den größten Anteil bei den Online-Shoppern haben folgende Länder innerhalb der EU:

Norwegen (76 Prozent)
Schweden (74 Prozent)
Dänemark (73 Prozent)
Großbritanien (73 Prozent)
Luxemburg (68 Prozent
Deutschland (65 Prozent)

In den südlichen – oder östlichen Regionen der EU ist der E-Commerce bislang noch nicht so sehr ein Thema. Das zeigen die Werte im Vergleich zu den Top sechs EU-Ländern.

Spanien (31 Prozent)
Italien (17 Prozent)
Rumänien (5 Prozent

Mit eines der Gründe für die noch relativ schwache Verbreitung des Online Handels ist die Verbreitung der Internet-Zugänge. In Deutschland und Skandinavien verfügt fast jeder Haushalt über eine schnelle Internetverbingung.

Für Online-Shop Betreiber ist es also wichtig, auch auf solche Kennzeichen zu achten.

Kampf gegen die Abmahn Abzocke

Seit längerer Zeit klagen Online-Händler über das ausufernde Abmahnwesen. Das “Damokles-Schwert” der Abmahnung schwebt über jeden Händler, weil man für jeden noch so kleinen Fehler im eigenen Online Shop abgemahnt werden kann. Dieses geschah nach unserem Kenntnisstand bereits auch schon bei einigen Usern des Bigware Shopsystem.  Am 8. Oktober wurde das Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken im Bundesgesetzblatt verkündet. Wirklich große Änderungen hat diese Gesetzesänderung für Online-Händler allerdings nicht gebracht. Die wesentlichen Änderungen sind:

– der Abgemahnte hat nun einen ausdrücklichen Anspruch auf Erstattung der Verteidigungskosten im Falle einer rechtsmissbräuchlichen Abmahnung
– die Streitwerte für Abmahnungen sollen angepasst werden, weil diese oft weit überhöht waren.

Den vollständigen Wortlaut des Gesetzes können Sie => HIER nachlesen

DHL Paketzustellungen am Abend

Die Deutsche Post-Pakettochter DHL wird ab sofort in Berlin Sendungen auch am Abend zustellen. Bisher war dieser Service nur im Ruhrgebiet und in Köln verfügbare und soll jetzt ausgedehnt werden, teilte der Konzern am Mittwoch in Bonn mit. Noch im Oktober werde München folgen. Bis Mitte nächsten Jahres solle die Abendzustellung in allen Ballungsräumen möglich sein. Dieses wird dem Online-Handel mit Sicherheit helfen.

Für Einkäufe in letzter Minute war das Internet bisher nur bedingt geeignet. Wem morgens einfällt, dass er Abends noch etwas braucht braucht, kann schlecht darauf warten, dass der Paketbote irgendwann am nächsten Tag die Bestellung vorbeibringt. Aber im Wettbewerb um Marktanteile und Kunden wird das Online-Shopping immer komfortabler. „Same Day Delivery“ lautet die Antwort der Paketdienste.

Neue Expressangebote sorgen dafür, dass bestellte Ware am Abend, manchmal auch binnen weniger Stunden beim Kunden ist – und zwar zu genau definierten Zeiten, wenn dieser auch da ist, um die Bestellung in Empfang zu nehmen.

Was in den USA und Großbritannien in vielen Städten schon funktioniert, wird sich auch in Deutschland durchsetzen und dem E-Commerce neue Geschäftsfelder erschließen. Die zügige Ausweitung der  DHL-Abendzustellung von online bestellten Lebensmitteln nach ersten Versuchen in Köln und im Ruhrgebiet ziegt, dass dieses Angebot scheinbar gut angenommen wird.  Noch ist „Same Day“ ein Nischenprodukt, aber eines mit enormen Wachstumspotential. Der stationäre Einzelhandel wird es zu spüren bekommen.

Quelle: FAZ